über die Leute, die sich wirklich brav in eine Reihe bis zum Kiosk hinstellten und trank mein Bier - noch eine Stunde bis zum Einlass...Nur Vierhundert Leute wurden hineingelassen, was angesichts der Größe des Raums (siehe rechts) auch zu empfehlen ist. Für einen Fünfer war man dabei und kam in den Genuss von drei Bands, doch bis dahin hieß es schnacken, trinken und Toilette. Überraschenderweise stolperte ich dabei in eine kleine Gesprächsrunde rund um einen Franzosen, der seit kurzem in Hamburg lebt und Auslöser einer Diskussion über Französischbücher, Politik und Oasis wurde. Als dann bereits ein Dutzend Leute das Klo besetzten und fiebrig den Ausstieg Noels reflektierten, kam kein Engel, sondern Dirk durch die Tür. Natürlich war seine Meinung gefragt, doch flüchtete er sich schnell durch die Ausrede "Oasis? Kenne ich nicht.". Schade drum, aber es dauerte nur eine Minute bis Rick hereinkam und ein wenig mehr Zeit für uns hatte. Natürlich sei alles schrecklich und so, eine Runde Lucky Strike Smooth Taste für alle Hungrigen und schon war er wieder weg.
Die Floristen schmissen uns kurze Zeit später auch heraus, wir stellten ja ein Verkehrshinderniss für alle Pisser dar, also zurück in den Saal und den Vorbands Aufmerksamkeit schenken.Kurz vor Mitternacht war es dann soweit: Tocotronic betraten die Bühne, grüßten die Schanze und bedankten sich dafür, dass sie nun zum 20. Jubiläum der Florabesetzung wieder hier spielen können, wo einst ihre Karriere begann. Das Konzert wurde nach draußen hin übertragen, da sich dort wohl mehr Menschen aufhielten, die das Konzert sehen wollten, als drinnen, laut genug war es allemal. Freiburg eröffnete ganz untypisch, aber als Warmmacher ideal, die Menge tobte, pogte und sprang laut grölend durch den Raum, eine Stimmung wie auf einem Punkkonzert, selbst bei neueren Liedern - die Hardcore-Fans kamen auf ihre Kosten. Dirk riss in einer Strophe der Gurt und setzte den Gesang abprupt aus,
doch das Publikum sang wie auf Komando die Hütte zusammen, die Jungs von der Bühne blickten sich lächelnd an, draußen muss dies noch mehr Eindruck erweckt haben. Es wurde übrigens kein neues Stück gespielt, denn schließlich war das kein doofes Promo-Konzert, sonder ein Geschenk an alte wie junge Hasen der Toco-Fangemeinde - ein Fest.Ich erwachte mit der Setlist in der Hand. Irgendwie war ich müde, die Uhr zeigte bereits 2 Uhr nachts und die Leute strömten aus der stickigen Bude nach draußen auf's Schulterblatt. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man aus dem alten Theater tritt und von den Stufen herab ein verdammt großes Publikum sieht, das alle Blicke nur auf die Fans von drinnen gerichtet hat, wie sie dort die Treppen herabsteigen, heldenhaft von der Schlacht wiederkehren.
Und heute: Meine weißen Pointer drehen Runden in der Waschmaschine, die Dreckskrusten weiche ich gleich in der Wanne auf, doch überlege ich noch fieberhaft, wie ich dieses Piepen aus den Ohren bekomme... Ich probier's mal mit ABBA.

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